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Wellensittich (auffälliger Kot) von Olaf Pflüger, Garbsen

Bild: Wellensittich Ich habe mir für meine Wellensittichzucht einen besonders imponierenden Scheckenhahn (einen Standardhahn) gekauft. Dieser Vogel machte eine vitalen Eindruck. Im Lauf der Zeit wurde er immer dicker, obwohl er eine Henne hat die er liebevoll gefüttert hat. Beide waren in einer Flugvoliere der Außenvoliere untergebracht.

Nach einiger Zeit bekam er dann auffälligen Kot. Sein Gefieder um die Kloake war von gräulichem Kot verklebt und wir fingen ihn aus der Voliere. Der Kot war grau-weiß, aufgeschäumt. Mein Verdacht: eine Pankreaserkrankung (Bauchspeicheldrüsenerkrankung). Dagegen sprach allerdings sein hohes Übergewicht. Ich nahm eine Kotprobe mit zum Tierarzt und behandelte ihn mit Baytril. Es half nicht. Die Kotprobe auf Parasiten war negativ.
Als das Baytril nach 7 Tagen immer noch keine Wirkung zeigte, brachte ich 24-Stunden-Kot zum Tierarzt, um eine bakterielle Untersuchung machen zu lassen. Die Analyse war ohne Befund! Der Kot des Wellis schwankte zwischen einem voluminösen, weiß-beigefarbenen aufgeschäumten Kot bis zu einem grünen Kotanteil, umgeben von Unmengen wässriger Substanz. Der Vogel nahm mittlerweise ca. 30 ml Wasser pro Tag zu sich...eine 2-Wochen-Ration für einen gesunden Wellensittichs!

Beim Tierarzt wurde festgestellt, das er Nieren- und Leberprobleme hat. Genaues könnten wir aber nur erfahren, wenn der Vogel geröngt wird. Unser Tierarzt hat aber kein so hochauflösendes Röntgengerät, das er diese Bilder machen könnte. Daher wurde uns empfohlen mit ihm in die Tierärztliche Hochschule Hannover zu fahren. Da wir zu diesem Zeitpunkt aus beruflichen Gründen dieses nicht sofort machen konnten, hat eine Studentin aus der Tierarztpraxis ihn mit in die Vogelklinik der Tierärztlichen Hochschule genommen.

Der Welli wurde mit Kontrastmittel geröntgt. Das traurige Ergebnis: Seine Niere sowie die Leber sind stark vergrößert. Dr. Zinke behielt ihn 3 Tage dort, und spritzte täglich Amynin (Leberschutzpräparat). Die Verdauung stabilisierte sich ein wenig. Dr. Zinke machte mir keine Hoffnungen auf Besserung. Dem Vogel ist nicht wirklich zu helfen... Kurz darauf kam er wieder zu mir zurück. Ihm ging es nicht sehr gut. Er fraß...er trank...aber er fühlte sich nicht wohl. Der Kot, der sich durch die Injektion von Amynin in der Konsistenz stabilisiert hatte, war nun wieder schneeweiß und aufgeschäumt. Er bekam weiterhin Amynin und Vitamin A sowie D3 ins Trinkwasser.

Aber meine Freundin hatte noch nicht alles probiert. Kurzerhand hat sie in der Apotheke angerufen und Flor de Piedra (Steinblüte) bestellt. Das ist ein homöopathisches Mittel in der Dosierung C30, kleine Kügelchen, die man im Trinkwasser auflösen muss. Dieser Pflanze wird eine Wirkung auf den Leberstoffwechsel zugesprochen, und eine Wirkung auf die Nieren hat sie auch. Obwohl ich nun ganz und gar nicht an Naturheilkräfte glaube, probierten wir das aus. Das ist die letzte Chance auf eine Regeneration der Organe des süßen Wellis, und wir wollen wenigstens alles versucht haben, das uns zur Verfügung steht, um ihm zu helfen.

Auch dieses Behandlung hat nicht wirklich geholfen. Der feste Kotanteil hat sich nach einiger Zeit etwas verbessert. Er wurde aber immer kurzatmiger, die Wasseransammlungen haben enorm zugenommen. Das Gewebe ist weich, die Kloake ist kahl, der Bauchraum aufgedunsen. Wir mußten heute (27.11.2003) den Ring entfernen lassen, denn die Beine sind voller Wasser. Die mitbehandelnde Tierärztin sucht nach einem Weg den Vogel zu entwässern. Ein paar Tagen später haben wir dann erfahren, das es nicht möglich ist ein passendes Entwässerungsmedikament so gering zu dosieren, dass der Vogel das Mittel überleben kann. Also auch dieser Weg zu helfen ist somit versperrt.

Lebensweg des Vogels
- ??.??.2001 Geburtsjahr
- Frühjahr 2003 Kauf des Vogels (keinen Partner ausgesucht, keine Nachzuchten)
- 23.06.2003 Auffälliger Kot Tierarztbesuch (Besitzer äußerte Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenprobleme. Tier dick und Kot atypisch dafür. (Kot gelblich, breiig bleibt a der Kloake hängen.) Bauch palpatorisch unauffällig, Kropf mit Körnern gefüllt, Rachen/Schnabel ohne Befund. Kotprobe angesetzt!
- 25.06.2003 Kotprobe parasitologisch negativ - Tagesprobe sammeln und abgeben
- 26.06.2003 Tageskotprobe abgegeben
- 30.06.2003 Kotprobe mikroskopisch-parasitologisch ohne Befund
- 02.07.2003 sehr flüssiger Nierenanteil, Menge erhöht - Röntgen vorgeschlagen
- 03.07.2003 weiterhin auffällig wässrige Niereanausscheidung, Tier trinkt ca. 30 ml Wasser täglich
- 04.07.2003 von Tierarzthelfering zur TiHo gebracht - Befund Nieren- und Lebervergrößerung, keine Heilungsmöglichkeit
- 07.07.2003 Tier von der TiHo zurück, Darmerkrankung, Amynin als Therapievorschlag
- 27.11.2003 Ringentferung (Rechter Fuß ist ödematös angeschwollen, Ring drückt den Rückfluss ab. Linkes Bein ebenfalls ödematös, Unterbauchödem, Tier mach sehr wässrige Kleckse, Kotanteil ist ohne Befund, Nierenanteil rein klar-flüssig, in großer Menge. Entwässerung leider nicht möglich, da verträgliche Medikamente nicht gering genug dosierbar (1/250 Tablette)
- 23.03.2004 Tier sitzt nur noch auf unterer Stange, Palpation Bauch: UV zu palpieren.
- 24.03.2004 Tier eingeschläfert Befund zwei große Lebertumore, einer vor dem Darm, einer dahinter. Sektion (Ergebnis siehe Bilder)
Tumoraufnahmen am offenen Vogel:

Bild 1 (Das Geschwür ist durch die Bauchdecke sichtbar)


Bild 2 (Der erste Blick nach dem Öffnen)


Bild 3 (Das Lebergeschwür)


Bild 4 (Das Lebergeschwür - Umrisse gekennzeichnet)


Bild 7 (Die doch gesunden Nieren + die Hoden)


Bild 8 (Die Nieren und die Hoden Umrisse gekennzeichnet)


Bild 6 (Es sind doch zwei Geschwüre)


Bild 6 (Es sind doch zwei Geschwüre - Umrisse gekennzeichnet)

Olaf Pflüger, Garbsen

11.11.2005

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